Verein Humanitäre
Nothilfe Ukraine

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Im Einsatz seit Februar 2022

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Über uns

Bereich für Geschichte, Eckwerte und Vorstand des Vereins.

Geschichte

In Kyiv und Charkiw schrillen die Sirenen. Truppen marschieren in die Ukraine ein. Es herrscht Chaos. Es wird scharf geschossen.

Russland löst den russisch-ukrainischen Krieg aus. Am 27. Februar 2022, also nur drei Tage später, ruft der St. Galler Kantonsrat Hans Oppliger den Notstand aus. Er setzt eine grossangelegte Hilfsaktion im St. Galler Rheintal in Gang. In der lokalen Presse bittet er um Hilfsgüter und Unterstützung. Bald klingelt das Telefon ununterbrochen. Eine Weile lässt es Oppliger unbeantwortet klingeln. Er schreibt die Statuten für den Verein Humanitäre Nothilfe Ukraine. Mit diesem Papier in der Hand, geht er zur Bank und richtet ein Bankkonto ein.

Bald stehen die ersten Menschen vor der Tür, die vor dem Krieg geflüchtet sind. Der Verein sorgt für das Nötigste und sucht nach Unterkünften. Parallel dazu fahren Hilfstransporte in die Ukraine. Zuerst fahren einige Vans los, dann voll beladene 40-Tönner.

Die Spenden- und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist überwältigend. In Sevelen wird eine Lagerhalle angemietet. Neuankömmlinge werden mit Kleidern ausgerüstet, Kisten für den Transport in die Ukraine stapeln sich.

Die Ereignisse werden nach Kriegstagen gezählt. Die Geflüchteten sind sicher, dass sie rasch zurückkehren können. Doch die Zerstörung geht weiter. Irgendwann werden die Berichte in Monaten gezählt, unterdessen in Jahren. Im neuen Land tauchen neue Fragen ein. Es gibt den Schutzstatus S, doch wie registiert man sich. Und dann die Sprache: Deutsch. Es ist leicht, sich einige Ausdrücke zu merken: «Guten Tag», «guten Appetit», «Danke» oder «bis Morgen». Aber was hat die Kassierin im Supermarkt gerade gesagt? Und wie erkläre ich dem Hausmeister, dass der Kellerschlüssel nicht passt. Gut, dass sich alle St. Galler Gemeinden zusammengeschlossen haben, um die Integration Zugezogener zu unterstützen. Die Organisation heisst TI-SG, Trägerverein Integration St. Gallen. Eine Fachleiterin bringt Schulungshefte mit. Es wird ein Basiskurs organisiert – an 20 Nachmittagen wird je drei Stunden Deutsch gelernt.

Die Bevölkerung in der Schweiz hört viel, doch weiss wenig über die Ukraine. Bei Begegnungen ist eine gewisse Hilflosigkeit zu spüren. Manchmal wird etwas ungeschickt nachgefragt. Dazu eine kleine Anekdote: Eine junge Ukrainerin wird wiederholt gefragt, wie sie das Kriegstrauma bewältigt habe. In der Folge erklärte sie, dass sie ohne weiteres über ihr Trauma Auskunft geben könne. Dieses bestehe darin, dass sie am Bahnhof Sargans von einer Wespe gestochen worden sei.

Bereits im Juli 2022 ändern sich die Bedürfnisse der Geflüchteten in der Schweiz. Die staatlichen Stellen sind besser organisiert. Kleider sind allen Orten im Überfluss vorhanden, die Wohnungssuche läuft über die Sozialämter. Auch die Transporte in die Ukraine werden spezifischer. In der Folge wird der Betrieb in der Lagerhalle geschlossen. Dafür werden Gemeinschaftsräume in der EMK Sevelen gemietet. Es entsteht ein Tageszentrum, das als Schulungszentrum und als Treffpunkt konzipiert ist. Schritt für Schritt werden die Kurse ausgebaut: Malkurs für Kinder und Deutschkurse auf vier verschiedenen Levels. Einige Ukrainerinnen und Ukrainer werden als Trainées eingesetzt. Dies ermöglicht ihnen weitere sprachliche Fortschritte. Zugleich sind sie wichtige Ansprechpersonen für alle auftauchenden Fragen. Ausflüge, Spielnachmittage und Kunstanlässe ergänzen das Angebot und lassen das omnipräsente Thema Krieg für einige Stunden zurücktreten. Um persönliche Anliegen aufzufangen, ist wöchentlich eine psychologische Fachkraft im Haus. Sie ist da, hört zu und unterstützt. Das hilft.

Auch die spontan organisierten Hilfstransporte werden anders definiert. In Rumänien und in der Ukraine selber werden Partner gefunden, die kontinuierlich arbeiten und längerfristig planen. Dazu stellt der Kanton St. Gallen über den Lotteriefond grössere finanzielle Mittel zur Verfügung. Wertvoll sind auch die Beiträge von Connexio - dem Hilfswerk der EMK. Es leistet kontinuierliche Hilfe. Das Werk hat in den vergangenen Jahren manche Lücken aufgefüllt, die sonst zum Abbruch von Projekten geführt hätten.

Das Tageszentrum wird bis zum Februar 2025 geführt. Die Sprachkurse werden seither von der Stiftung MINTEGRA angeboten. Dies hat in der Region ein breites Angebot, um das Einleben in der Schweiz zu fördern. Auch der Verein organisiert sich neu. Im Frühling 2025 hat Jürg Trümpler – früherer Kantonsrat und Kantonsförster – das Präsidium übernommen. Gründer Hans Oppliger ist weiter als Vizepräsident aktiv. Der Verein konzentriert sich ganz auf die Projekte in der Ukraine. Dank dem grossen Einsatz von Mitgliedern, institutionellen Zuwendungen und privaten Spenden kann die gezielte Hilfe fortgesetzt werden.

Eckwerte

Region Tscherkassy

Praktische Unterstützung: Einsatz einer mobilen Bäckerei, Erstellen von Tiefenbrunnen, Material für Reparaturen

Transporte

Ca. 15 Grosstransporte und weitere Kleintransporte aus der Schweiz mit Material für den medizinischen Grundbedarf, Schlafsäcken, Arbeitskleider etc.

Südostukraine

Lieferung von
  • 120 Diesel- und Benzingeneratoren
  • 63 Heizlüfter
  • 10'000 Lebensmittelpaketen.
    Diese werden in Rumänien eingekauft und mit Vans in die Ukraine gefahren. Dort werden sie in Flüchtlingszentren, Gassenküchen und frontnahen Dörfern verteilt.
  • Vier komplette Zahnarzteinrichtungen von einem Zahnarzt der seine Praxis in Grabs aufgegeben hat, sind in der Ukraine im Einsatz!

Vorstand

  • Jürg TrümplerPräsident
  • Hans OppligerVize-Präsident
  • Ueli FrehnerLeiter BBV / Kassier
  • Hildegard FässlerRevisorin
  • Mathias SchindlerRevisor

Aktuelle Projekte

Verpackte Generatoren

Kauf von Generatoren

Die Energieversorgung in der Ukraine ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Verein HNU hat im Dezember 2022 die ersten zehn Generatoren eingekauft. Die Geräte waren anschliessend im Baumarkt im St. Galler Rheintal für Wochen ausverkauft. Kleine, aber leistungsfähige Benzin- Generatoren sind eine grosse Hilfe, um eine Grundversorgung an Energie bereitzustellen. HNU verteilt solche Geräte primär in strukturschwachen Gebieten. Die Generatoren werden unterdessen meist in Rumänien eingekauft. Dadurch entfallen die langen Transportwege. Die Geräte können rasch und gezielt dahin gebracht werden, wo es am nötigsten ist. Die Anwender sind Spitäler, Schulen, Gemeinschaftszentren und kleine Dörfer. Die Generatoren leisten einen wichtigen Beitrag, um IT-Geräte wie Laptop oder Handys aufzuladen. Denn auch hier gilt: Keine Kommunikation ohne Strom.

Projektbild 2

Lebensmittelhilfe

Eine grössere Gruppe um den Baptisten-Pastor Nico Vulpe im Grossraum Bukarest hat kurz nach Kriegsausbruch im Jahre 2022 begonnen, Lebensmittel in die Ukraine zu transportieren. Er erweist sich in allen Situationen als guter Organisator und Motivator. Er ist seit vielen Jahren mit Vereinspräsident Jürg Trümpler befreundet. Deshalb hat der Verein HNU Unterstützung gewährt, damit die Gruppe mit drei Fahrzeugen bis in frontnahe Gebiete fahren kann. Zugleich koordiniert der Verein die Finanzierung dieser wichtigen Hilfeleistungen. Die Gruppe hat einen eigenen Verein gegründet, damit auf allen Ebenen eine saubere Organisation gewährleistet ist. Der Verein macht auch eigene Sammlungen und freut sich, dass viele Menschen in Rumänien sich solidarisch zeigen.

Projektbild 2
Aufbau Tscherkassy

Aufbau Region Tscherkassy

In Krisensituationen ist es ein Vorteil, wenn Kirchen eine eigene Organisationsstruktur haben. Dies hat es dem Baptistenpastor Anatoly Likholay in der Nähe von Tscherkassy erleichtert, seit den ersten Zerstörungen Aufbauarbeit zu leisten. Das Prinzip ist denkbar einfach. In der Schweiz werden Gelder gesammelt, damit in der Ukraine Baumaterial eingekauft werden kann. Dies ermöglicht es den Einheimischen, zerstörte Türen und Fenster zu ersetzen. Kaputte Dächer werden mit einer Wellblechkonstruktion wieder dicht gemacht. Es ist eine Freude zu sehen, wenn auf einem neuen Dach der letzte Nagel eingeschlagen wird. Oft ist auch die Wasserversorgung zerstört. Manchmal reicht ein kleiner Eingriff, um die wichtigsten Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. An einigen Orten werden auch Tiefenbohrungen vorgenommen, um die Wasserversorgung neu aufzubauen. Hoffen wir, dass diese Brunnen noch viele Jahre Wasser spenden.

Finanzielle Unterstützung

Finanzielle Unterstützung erhalten wir von:
  • Vielen privaten Spender
    (herzlichen Dank! Die Spenden könne bei den Steuern in Abzug gebracht werden)
  • Lotterfonds St.Gallen
  • Connexio das Hilfswerk der EMK Schweiz
  • Stiftungen, vor allem aus dem Fürstentum Lichtenstein.

Info

Bereich für Geschichten, Presse und Unterstützung für Ukrainer_innen in der Schweiz.

Bericht von Anatolii R.

Liebe Partner von „Humanitäre Nothilfe für die Ukraine“,
Im Namen unserer Gemeinschaft in Izmail in der Region Odessa möchten wir unsere tiefe Dankbarkeit für Ihre unerschütterliche Unterstützung in diesen unglaublich herausfordernden Zeiten des Krieges in der Ukraine zum Ausdruck bringen. In diesen dunklen Stunden ist Ihr Dienst zu einer wahren Verkörperung christlicher Liebe und Barmherzigkeit geworden. Besonders dankbar sind wir für die von Ihnen bereitgestellten Generatoren und Lebensmittel. In einer Zeit, in der so viele Menschen ohne Licht, Wärme und die Mittel zum Überleben waren, sind diese Ressourcen weit mehr als nur materielle Hilfe. Heute sind die von Ihnen bereitgestellten Generatoren bereits im Einsatz und dienen den Menschen in den folgenden Städten:

  • Izmail
  • Cherson
  • Mykolajiw
  • Tschornomorsk
  • Juschnoukrainsk
  • Uman
Wir danken Gott für Ihre Herzen und für Ihr Engagement für das ukrainische Volk. Ihre Unterstützung stärkt unsere Hände, unsere Arbeit fortzusetzen, und erinnert jeden Empfänger dieser Hilfe daran, dass er nicht vergessen wird. Mit aufrichtigem Dank,
Anatolii R.

Bericht von Andrey aus Kilia

Liebe Grüße, liebe Freunde von Humanitarian Emergency AID Ukraine.
Mein Name ist Andrey Bostan, ich bin 48 Jahre alt. Ich lebe und arbeite in der Stadt Kiliya, einer Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern im Süden der Ukraine. Ich habe eine Frau und vier Kinder.

Mein Team und ich arbeiten mit Kindern. Wir haben drei Kindertagesstätten für Kinder aus verschiedenen Familien mit unterschiedlichen Herausforderungen. Dazu gehören Kinder aus armen Familien, Flüchtlingskinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Derzeit betreuen diese Zentren etwa 100 Kinder. Wir planen, ein spezielles Gebäude für die Arbeit mit diesen Kindern zu errichten, da wir all diese Arbeit derzeit im Kirchengebäude durchführen.

Wir sind sehr glücklich und Gott dankbar, dass Sie in dieser schwierigen Zeit Ihre Herzen geöffnet und Barmherzigkeit gezeigt haben, indem Sie uns wiederholt die Hilfe zukommen ließen, die wir brauchten. Wir sind unglaublich dankbar für die Lebensmittel, die Sie uns durch Bruder Nicolae und all diejenigen, die mit ihm gekommen sind, geschickt haben. Sein Opfer ist für mich ein Vorbild und eine Quelle des Respekts.

Dank der Lebensmittel, die wir von Ihnen erhalten haben, kommen viele Menschen zu uns und erhalten nicht nur materielle Hilfe, sondern auch geistigen Frieden und Ruhe. Mit dieser Hilfe tragen Sie dazu bei, dass die Menschen ihre Hoffnung und ihren Glauben nicht verlieren.

Vielen Dank für die Generatoren, die Sie uns geschickt haben. Ich weiß nicht mehr, wie viele es waren, aber Ihre Generatoren werden von den Krankenhäusern und Kinderzentren genutzt. Außerdem können Ärzte die Menschen auch ohne Strom problemlos behandeln. Und wir haben derzeit nur sehr wenig Strom. Das ist besonders in unserer Kindertagesstätte hilfreich, wenn die Kinder kommen und wir Strom aus dem Generator haben.

Wir waren besonders gesegnet, medizinische Geräte von Ihnen zu erhalten. Dank dieser Hilfe verfügt unser Krankenhaus über zusätzliche Räume. Früher musste man sehr lange in der Schlange stehen, um einen Zahnarzt zu sehen. Heute ist es für die Menschen leichter zugänglich. Darüber hinaus bieten Zahnärzte den Kindern und Mitarbeitern unserer Kindertagesstätte kostenlose Zahnbehandlungen an.

Sie haben so viel für uns getan. Wir sind Ihnen sehr dankbar, Humanitarian Emergency AID Ukraine (HNU) und Nikolay.

Vielen Dank.
Andrey aus Kilia

Verpackte Generatoren

Ukrainer_innen in der Schweiz

Malkurs für Kinder, Sevelen

In Sevelen gibt es etwa einmal im Monat einen Maltreff. Dieser ist für alle Kinder offen. Geleitet wird er von Lina Popruha und Helene Sutter. Er wird in den Räumen der EMK Sevelen durchgeführt. Das bild von Ukrainer-Kindern: Sie möchten, dass wieder Ballone am Himmel sind und nicht Raketen und Drohnen

Kontakte

Verein Humanitäre Nothilfe Ukraine

Industriestrasse 1
9475 Sevelen
Schweiz

info@verein-humanitaere-nothilfe-ukraine.ch